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Schon zu Jesu Zeiten war das Salz kostbar, ausserordentlich kostbar sogar. Es galt als Lebenselixier der Ernährung. Salz war unentbehrlicher Hilfsstoff in der Küche, beim Fischen, in der Landwirtschaft. Salz, dessen Gewinnung schwierig war, konnte man aber auch teuer exportieren. Salz war ein Schatz.
Als Jesus in der Bergpredigt seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sagte, sie seien Salz der Erde, mögen sie nicht wenig gestaunt haben. Sie fühlten sich im Alltag eher als unterdrückt, geplagt und ausgenützt. Als Schatz fühlte sich wohl niemand! Aber Jesus richtete sie auf. Er sagte ihnen, dass in ihnen trotz allem ein unglaubliches Potential steckt. Dass sie in der Lage sind „von unten her“ Veränderung zu schaffen. Ihr Hunger und Durst nach Gerechtigkeit, könne viel dazu beitragen, dass das Zusammenleben und Zusammenarbeiten gelingt.
Da stellt sich sofort die Frage, auf welche Art und Weise das gelingen soll. Jesu Antwort ist klar: "Ihr, seid das Salz der Erde!" Durch alles, was unser Miteinander in Euch geweckt hat, wirkt ihr wie Salz in den Speisen. Ihr habt entdeckt, wie Gerechtigkeit, wie Friede, wie Liebe das Zusammenarbeiten und das Zusammenleben in einen Kraftort verwandeln kann. Wie viel mehr wird geschehen, wenn ihr diese Haltung überall, wo ihr lebt, für Gerechtigkeit, Friede und für die Bewahrung der Schöpfung einsetzt. Als Salz der Erde wirkt ihr überall dort, wo ihr mit Menschen euren Alltag verbringt. Ihr stärkt damit die Hoffnung auf Entwicklung und das Vertrauen in eine tragende Zukunft. In Eurer lebendigen Beziehung zu Gott nährt sich die Wirkkraft des Salzes.
Dabei fordert Jesus von seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht, Helden, Übermenschen oder Heilige zu sein. Er verlangt nicht, dass sie sich selbst überfordern, um einen lebenswichtigen Schatz für die Menschen in der Lebensumgebung zu sein. Nein! Jesu hat ganz bewusst das Beispiel Salz gewählt: Wie das Salz schon als kleine Prise grosse Wirkung zeigt, reicht auch schon Weniges um das Zusammenleben mit den Menschen „geniessbar“ zu machen. Unser engagiertes Verhalten schafft zwar keine gerechte Gesamtgesellschaft. Unsere Geradlinigkeit, unser Echtheit, unsere Liebe und Versöhnungsbereitschaft verändern aber etwas im Kleinen.
Was aber heisst engagiertes Verhalten? Beim „Salz-Sein“ geht es nicht in erster Linie um das persönliche Seelenheil. In der Sprache Jesu, im Aramäischen, ist das Wort Erde nämlich gleichbedeutend mit Gemeinschaft der Menschen. „Ihr seid Salz der Erde“ bedeutet deshalb Salz zu sein in der Mitte der Menschen, mitten in der eigenen Umgebung. Wer sich nur auf sein persönliches Seelenheil konzentriert ist kein Salz der Erde. Er ist vielmehr Salz, das seine Würzkraft verloren hat. Salz mit Würzkraft sind wir dann, wenn wir uns im Vertrauen auf Gott, getragen von der eigenen Gottesbeziehung und offen für Gottes Wirken für ein gelingendes Leben und eine
Kraft spendende Gemeinschaft einsetzen. Am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Freizeit und in der Gesellschaft.
Wenn wir in diesem Sinne Salz der Erde sind, werden wir dazu beitragen, dass unterschiedliche Lebenskulturen als Chance erkannt und genutzt werden. Wir werden zumindest im Kleinen dazu beitragen, dass aus unterschiedlichen Salzkörnern ein Team entsteht, in welchem Wertschätzung und Fairness gross geschrieben und die Begabungen der einzelnen gefördert werden.
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Eine Vertiefung des biblischen Hintergrundes zu "Salz der Erde"
ist hier
zu finden.
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Gleichnis vom „Salz der Erde“
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden. (Matthäus 5,13)
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